Hi
an euch alle da draußen,
ich
bin gerade von meiner dreitägigen Fraser Island Tour heimgekommen
und möchte euch jetzt ein bisschen was darüber erzählen.
Am
28. August nahm ich den Nachtbus von Airlie Beach Richtung Hervey Bay
- knapp 14 Stunden Bus fahren... Als ich dann am nächsten Morgen
völlig erschöpft in Hervey ankam checkte ich erst mal ins Next
Backpackers ein und verschlief den restlichen Tag. Ich war wirklich
hundemüde - reisen ist echt anstrengend.
Am
nächsten Tag kamen dann James und Sara - das Pärchen, das ich auf
meiner Whitsundays Tour kennen gelernt habe - und die beiden Mädels
aus Wales - ebenso kennengelernt auf Whitsundays - an. Wir
verbrachten den Tag mit Bilder anschauen, bearbeiten und austauschen.
Am späten Nachmittag mussten wir dann alle zum Briefing antanzen.
Nach einer kleinen Einweisung, in der uns mitgeteilt wurde, dass in
den knapp 500 AUD kein Essen enthalten sei und die Sanitäranlagen im
Camp lediglich aus einer Toilette bestünde waren wir alle total
begeistert und wollten sofort los auf die Tour. VORSICHT IRONIE!
Nein
im Ernst, wir waren echt angepisst. Wir haben sehr viel Geld bezahlt
und uns wurde im Vorfeld nicht gesagt, dass man das Essen nochmals
separat kaufen muss. Ebenso wurde uns nicht mitgeteilt, dass jeder
der keinen Schlafsack hätte – ich habe meinen Gott sei Dank dabei
– sich einen für 9 AUD ausleihen MUSS und dass wir unseren großen
Rucksack nur gegen eine Gebühr von weiteren 9 AUD im Hostel lassen
durften. Das hört sich jetzt vielleicht nicht viel an, wenn man aber
bedenkt, dass wir vorher schon so viel für diese Tour bezahlt haben
und man keine Informationen über diese ganzen Zusatzkosten bekommen
hat, ist das Ganze einfach nur ärgerlich.
Nun
gut: am nächsten Morgen war dann um 06:00 Uhr Check-Out-Time. Nach
einer weiteren Einweisung sprangen wir in unsere 4WD Jeeps und los
gings. Mit der Fähre fuhren wir von Hervey Bay nach Fraser Island
und machten uns erstmals mit den "Straßen" in Fraser
vertraut. Unsere beiden Fahrer - die Mädls aus Wales - waren
wirklich gute Fahrer und meisterten jede noch so hohe Sanddüne.
Unser Auto war definitv das Partycar - während wir über Löcher
fuhren, die ungefähr einen halben Meter tief waren hörten wir
lautstark Musik und tanzten im Auto. Hat richtig viel Spaß gemacht.
Nach
gut zwei Stunden Fahrt erreichten wir Lake Birrabeen. Dort durften
wir uns eine Stunden aufhalten. Rundum diesen See sind ganz viele
Teatrees. Die Blätter von diesen Bäumen enthalten ätherische Öle.
Wenn es also Herbst in Australien wird und die Blätter von den
Bäumen fallen, fallen diese alle in den See und der speichert
wiederum das Öl in seinem Wasser. Sprich wenn du in diesem See
schwimmen gehst, dann wird deine Haut durch die Öle butterweich. Der
Nachteil ist nur, dass der See ungefähr 15 Grad hat – viel Spaß!
Anschließend
gings zu unserem Camp. Dieses bestand aus vielen kleinen Zelten, die
jeweils mit vier Personen gefüllt werden mussten und einen größeren
offenen Zelt mit Küche und Sitzgelegenheiten. Es gab kein fließend
Wasser in unserem Camp und die Sanitäranlagen bestand aus einem
Dixiklo.
Leider
wurde uns zu Beginn der Tour nicht gesagt, dass wir ein Kopfkissen
brauchten und das vielleicht eine Decke ganz gut wäre. Es wurde
scheißkalt in der ersten Nacht und so schliefen wir frierend und
ohne Kopfkissen ein. Am nächsten Morgen durften wir bis sieben Uhr
„ausschlafen“ bevor wir mit dem Song „Hangover“ geweckt
wurden. Für die Engländer in unserer Gruppe, passte dieses Lied ja
ganz gut *Schadenfreude*.
Nach
der Morgenhygiene, die ohne fließend Wasser und Dusche, etwas
spärlich ausfiel machten wir uns auf den Weg zu Eli Creek. Einem
kleinen Bachlauf, dessen Strömung dich wie eine Art natürliche
Wasserrutsche zum anderen Ende des Baches bringt. War ganz okay dort
– landschaftlich nicht überragend. Ich hab nicht mal Bilder
gemacht – jetzt wisst ihr Bescheid. :D
Unser
nächster Stopp war das weltbekannte Schiffswrack, das an der Küste
von Fraser Island schon einige Zeit liegt. Auch dieser Anblick haute
mich nicht vom Hocker – leider.
Am
meisten Enttäuscht war ich aber von den hochgepriesenen Champagne
Pools. Eigentlich sollten diese richtig groß sein und durch die
Wellen die immer wieder Wasser in die Pools bringen soll es dann
sprudeln, wie in einem Whirlpool. Tja so sahs bei uns aus:
Nach
den ganzen ziemlich ernüchternden Anblicken kam dann aber doch noch
eines der beiden Highlights dieser eher wenig tollen Tour: India
Heads. Wir mussten einen kleinen Track hinauflaufen, damit wir dann
einen 360° Blick über Fraser Island bekamen. Absolut unglaublich.
Auf der einen Seite siehst du nur Meer, kein Festland oder Inseln am
Horizont einfach nur Meer. Und auf der anderen Seit siehst du dann
wie sich die Wellen an den gigantischen Sandstränden brechen und wie
die Landschaft in Sand und Regenwald weiter geht. Dieser Lookout
rettete definitiv meinen Tag.
Abends
wurde dann zusammen gekocht – australisches BBQ. Seeehr lecker.
Später bekamen dann unsere Wales Girls Unterricht in deutsch und
bayrisch. Mit „ein bisschen“ Goon wurde das Ganze mit der Zeit
recht lustig. Goon ist übrigends der billigste Wein, den du in
Australien kaufen kannst – YOLO sag ich da nur :D.
Da
ich in der vorherigen Nacht wegen der Kälte nicht viel Schlaf ab
bekommen habe, entschloss ich mich dazu im Auto zu pennen. Achja
tagsüber hab ich mir noch eine Wärmflasche geholt, die am besten
investierten 10 AUD hier in Australien. Mit Wärmflasche, Decke,
Schlafsack und Kopfschmerzen vom Goon gings dann ab ins Bett –
ääääh ins Auto.
An
unserem letzten Tag stoppten wir am berühmten Lake McKenzie Lake –
mein zweites Highlight. Nachdem uns Tony, unser Guide erklärt hatte,
dass man sich die Haare mit Sand waschen sollte – quasi als
Shampooersatz, saßen alle Mädls im See und hatten nassen Sand in
den Haaren. Gebracht hats nicht wirklich was – sah einfach nur
dämlich aus und hinterher bekam keiner mehr den Sand aus den Haaren;
Spaß gemacht hats trotzdem.
Nach
einer Stunden hieß es dann auch schon: Zeit um in die Zivilisation
zurückzukehren. Die Fähre brachte uns von Kingfisher Bay nach
Hervey Bay zurück in unser Hostel, wo wir alle erst einmal eine
lange heiße Dusche genossen.
Auf
dem Trip hab ich super liebe Menschen kennengelernt: Sara aus
Heidelberg, James aus Newcastle und Sara aus Köln. Ich hatte mit
ihnen eine super Zeit und hab sie wirklich in mein Herz geschlossen.
Sara
aus Köln hat eine Polaroidkamera, mit der sie Bilder von Leuten, die
sie auf ihrer Reise trifft schießt und dann in ein Memorial-Buch
klebt. Sehr sehr gute Idee. Sie hat mich ein bisschen mit dem
Polaroid-Fieber angesteckt und ich denke, dass ich mich in Brisbane
nach einer umschauen werde – mit der bist du der Hit auf jeder
Party.
Fazit
zu Fraser: sollte ich noch einmal nach Australien kommen, werde ich
definitiv die Fraser Tour nicht mehr über Palace Adventures buchen.
Ich kann diese Tour auch nicht weiterempfehlen. Das
Preis-Leistungs-Verhältinis stimmt einfach nicht. Die Tour ist viel
zu teuer, für das was man bekommt. Trotz allem hatte ich mit den
beiden Wales-Girls, mit den beiden Saras und mit James eine super
schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber Palace sieht mich
nicht noch einmal. Ich glaub der beste Weg Fraser zu entdecken, ist
sich ein Auto mit Freunden zu mieten und dann auf eigene Faust die
Insel abklappern.
Wieder
einmal ein wahnsinnig langer Text – ich hoffe ich langweile euch
nicht mit einen Kram. :)
Danke
fürs fleißige Lesen – ich freu mich immer riesig über
Kommentare, also haut rein in die Tasten!
Liebe
Grüße
Lena
:*

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