Playlist

Samstag, 12. September 2015

Die größte Sandinsel der Welt: Fraser Island

Hi an euch alle da draußen, 

ich bin gerade von meiner dreitägigen Fraser Island Tour heimgekommen und möchte euch jetzt ein bisschen was darüber erzählen. 

Am 28. August nahm ich den Nachtbus von Airlie Beach Richtung Hervey Bay - knapp 14 Stunden Bus fahren... Als ich dann am nächsten Morgen völlig erschöpft in Hervey ankam checkte ich erst mal ins Next Backpackers ein und verschlief den restlichen Tag. Ich war wirklich hundemüde - reisen ist echt anstrengend. 
Am nächsten Tag kamen dann James und Sara - das Pärchen, das ich auf meiner Whitsundays Tour kennen gelernt habe - und die beiden Mädels aus Wales - ebenso kennengelernt auf Whitsundays - an. Wir verbrachten den Tag mit Bilder anschauen, bearbeiten und austauschen. Am späten Nachmittag mussten wir dann alle zum Briefing antanzen. Nach einer kleinen Einweisung, in der uns mitgeteilt wurde, dass in den knapp 500 AUD kein Essen enthalten sei und die Sanitäranlagen im Camp lediglich aus einer Toilette bestünde waren wir alle total begeistert und wollten sofort los auf die Tour. VORSICHT IRONIE! 
Nein im Ernst, wir waren echt angepisst. Wir haben sehr viel Geld bezahlt und uns wurde im Vorfeld nicht gesagt, dass man das Essen nochmals separat kaufen muss. Ebenso wurde uns nicht mitgeteilt, dass jeder der keinen Schlafsack hätte – ich habe meinen Gott sei Dank dabei – sich einen für 9 AUD ausleihen MUSS und dass wir unseren großen Rucksack nur gegen eine Gebühr von weiteren 9 AUD im Hostel lassen durften. Das hört sich jetzt vielleicht nicht viel an, wenn man aber bedenkt, dass wir vorher schon so viel für diese Tour bezahlt haben und man keine Informationen über diese ganzen Zusatzkosten bekommen hat, ist das Ganze einfach nur ärgerlich.

Nun gut: am nächsten Morgen war dann um 06:00 Uhr Check-Out-Time. Nach einer weiteren Einweisung sprangen wir in unsere 4WD Jeeps und los gings. Mit der Fähre fuhren wir von Hervey Bay nach Fraser Island und machten uns erstmals mit den "Straßen" in Fraser vertraut. Unsere beiden Fahrer - die Mädls aus Wales - waren wirklich gute Fahrer und meisterten jede noch so hohe Sanddüne. Unser Auto war definitv das Partycar - während wir über Löcher fuhren, die ungefähr einen halben Meter tief waren hörten wir lautstark Musik und tanzten im Auto. Hat richtig viel Spaß gemacht. 






Nach gut zwei Stunden Fahrt erreichten wir Lake Birrabeen. Dort durften wir uns eine Stunden aufhalten. Rundum diesen See sind ganz viele Teatrees. Die Blätter von diesen Bäumen enthalten ätherische Öle. Wenn es also Herbst in Australien wird und die Blätter von den Bäumen fallen, fallen diese alle in den See und der speichert wiederum das Öl in seinem Wasser. Sprich wenn du in diesem See schwimmen gehst, dann wird deine Haut durch die Öle butterweich. Der Nachteil ist nur, dass der See ungefähr 15 Grad hat – viel Spaß!


Anschließend gings zu unserem Camp. Dieses bestand aus vielen kleinen Zelten, die jeweils mit vier Personen gefüllt werden mussten und einen größeren offenen Zelt mit Küche und Sitzgelegenheiten. Es gab kein fließend Wasser in unserem Camp und die Sanitäranlagen bestand aus einem Dixiklo.
Leider wurde uns zu Beginn der Tour nicht gesagt, dass wir ein Kopfkissen brauchten und das vielleicht eine Decke ganz gut wäre. Es wurde scheißkalt in der ersten Nacht und so schliefen wir frierend und ohne Kopfkissen ein. Am nächsten Morgen durften wir bis sieben Uhr „ausschlafen“ bevor wir mit dem Song „Hangover“ geweckt wurden. Für die Engländer in unserer Gruppe, passte dieses Lied ja ganz gut *Schadenfreude*.



Nach der Morgenhygiene, die ohne fließend Wasser und Dusche, etwas spärlich ausfiel machten wir uns auf den Weg zu Eli Creek. Einem kleinen Bachlauf, dessen Strömung dich wie eine Art natürliche Wasserrutsche zum anderen Ende des Baches bringt. War ganz okay dort – landschaftlich nicht überragend. Ich hab nicht mal Bilder gemacht – jetzt wisst ihr Bescheid. :D

Unser nächster Stopp war das weltbekannte Schiffswrack, das an der Küste von Fraser Island schon einige Zeit liegt. Auch dieser Anblick haute mich nicht vom Hocker – leider.



Am meisten Enttäuscht war ich aber von den hochgepriesenen Champagne Pools. Eigentlich sollten diese richtig groß sein und durch die Wellen die immer wieder Wasser in die Pools bringen soll es dann sprudeln, wie in einem Whirlpool. Tja so sahs bei uns aus:



Nach den ganzen ziemlich ernüchternden Anblicken kam dann aber doch noch eines der beiden Highlights dieser eher wenig tollen Tour: India Heads. Wir mussten einen kleinen Track hinauflaufen, damit wir dann einen 360° Blick über Fraser Island bekamen. Absolut unglaublich. Auf der einen Seite siehst du nur Meer, kein Festland oder Inseln am Horizont einfach nur Meer. Und auf der anderen Seit siehst du dann wie sich die Wellen an den gigantischen Sandstränden brechen und wie die Landschaft in Sand und Regenwald weiter geht. Dieser Lookout rettete definitiv meinen Tag.




Abends wurde dann zusammen gekocht – australisches BBQ. Seeehr lecker. Später bekamen dann unsere Wales Girls Unterricht in deutsch und bayrisch. Mit „ein bisschen“ Goon wurde das Ganze mit der Zeit recht lustig. Goon ist übrigends der billigste Wein, den du in Australien kaufen kannst – YOLO sag ich da nur :D.

Da ich in der vorherigen Nacht wegen der Kälte nicht viel Schlaf ab bekommen habe, entschloss ich mich dazu im Auto zu pennen. Achja tagsüber hab ich mir noch eine Wärmflasche geholt, die am besten investierten 10 AUD hier in Australien. Mit Wärmflasche, Decke, Schlafsack und Kopfschmerzen vom Goon gings dann ab ins Bett – ääääh ins Auto.




An unserem letzten Tag stoppten wir am berühmten Lake McKenzie Lake – mein zweites Highlight. Nachdem uns Tony, unser Guide erklärt hatte, dass man sich die Haare mit Sand waschen sollte – quasi als Shampooersatz, saßen alle Mädls im See und hatten nassen Sand in den Haaren. Gebracht hats nicht wirklich was – sah einfach nur dämlich aus und hinterher bekam keiner mehr den Sand aus den Haaren; Spaß gemacht hats trotzdem.


Nach einer Stunden hieß es dann auch schon: Zeit um in die Zivilisation zurückzukehren. Die Fähre brachte uns von Kingfisher Bay nach Hervey Bay zurück in unser Hostel, wo wir alle erst einmal eine lange heiße Dusche genossen.

Auf dem Trip hab ich super liebe Menschen kennengelernt: Sara aus Heidelberg, James aus Newcastle und Sara aus Köln. Ich hatte mit ihnen eine super Zeit und hab sie wirklich in mein Herz geschlossen.
Sara aus Köln hat eine Polaroidkamera, mit der sie Bilder von Leuten, die sie auf ihrer Reise trifft schießt und dann in ein Memorial-Buch klebt. Sehr sehr gute Idee. Sie hat mich ein bisschen mit dem Polaroid-Fieber angesteckt und ich denke, dass ich mich in Brisbane nach einer umschauen werde – mit der bist du der Hit auf jeder Party.



Fazit zu Fraser: sollte ich noch einmal nach Australien kommen, werde ich definitiv die Fraser Tour nicht mehr über Palace Adventures buchen. Ich kann diese Tour auch nicht weiterempfehlen. Das Preis-Leistungs-Verhältinis stimmt einfach nicht. Die Tour ist viel zu teuer, für das was man bekommt. Trotz allem hatte ich mit den beiden Wales-Girls, mit den beiden Saras und mit James eine super schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber Palace sieht mich nicht noch einmal. Ich glaub der beste Weg Fraser zu entdecken, ist sich ein Auto mit Freunden zu mieten und dann auf eigene Faust die Insel abklappern.

Wieder einmal ein wahnsinnig langer Text – ich hoffe ich langweile euch nicht mit einen Kram. :)
Danke fürs fleißige Lesen – ich freu mich immer riesig über Kommentare, also haut rein in die Tasten!

Liebe Grüße

Lena :*


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreibt was Nettes! Liebe Grüße Lena